Dienstag, 30. Juni 2015

Mitternachtssnack

Warum machen wir es uns bei der Zutatenliste so kompliziert?
Topf zum Deckel?
Viele glauben ein Wok zu sein...
Frauen machen sich Gedanken, was sie anziehen, tragen den verführerischen Lidstrich auf oder holen den signalroten Lippenstift aus den unendlichen Tiefen ihrer Taschen. Männer ziehen sich ihr bestes Hemd oder ihr lässigstes T-Shirt an. Sie treffen sich mit anderen rastlosen Freunden zum gemeinsamen Stürmen der Tanzflächen. Sie suchen ihren Deckel zum Topf. Manche nehmen einen zur Probe nur für die eine Nacht mit. Viele glauben ein Wok zu sein, für den sie nie einen passenden Deckel finden werden.

Deckel zu, passt?
Oder wieder nur heiße Kochphase
ohne leckeres Gericht...
Manche andere lassen sogar den Deckel in der heißen Kochphase weg. Diese gehen brav allein nach Hause, obwohl sie sich doch extra so aufwendig erhitzen lassen haben mit Bier, Sekt, Gin Tonic gewürzt mit heißen Blicken und witzigen Sprüchen. Es wird so viel Energie nach der Suche nach Deckeln verschwendet und sich gewundert, dass die Nebenkostenabrechnung letztendlich zu hoch ausfällt, weil eines oft vergessen wird: Man sollte sich nicht nur als Topf sehen, sondern auch als Deckel für andere – einfach mal nicht darauf warten, bis ein Deckel einen findet, sondern selbst einfach mal losziehen - Deckel zu, passt?

Die Ärzte haben es treffend ausgedrückt in ihrem Lied M&F: „Denn Männern und Frauen ist zuzutrauen, dass sie sich gegenseitig gerne die Nacht versauen. Wenn sie schmachten bis zum Morgengrauen. Und dann doch wieder allein nach Haus abhauen.“  Die Ärzte, M&F
Mir wurde mal von einem Mitglied der Generation X gesagt, wir die Generation Y seien zu distanziert. Auf der Zutatenliste des „Traumpartners“ steht oftmals unter anderem ähnlicher Bildungsstand, Beruf, Interessen, Aussehen und Humor. Gesucht wird auf unpersönlichen WG-Feiern oder auf den Tanzflächen mitten in der Nacht. Ist das so? Sind wir zu unpersönlich und zu distanziert? Sollten wir öfter sagen, was wir gerade denken?
Eigentlich gibt es nichts zu verlieren. Warum nicht einfach mal sagen, „Hey ich steh auf dich?“ oder „Du erfüllst schon mal Punkt eins in Attraktivität und Punkt zwei Sympathie in meinen Zehn – Punkte Zutatenplan. Wollen wir nicht mal versuchen, ob die anderen acht für das perfekte Rezept übereinstimmen oder ob wir die Liste im Kopf einfach gemeinsam über Bord werfen können?
Einfach mal sagen, was wir denken?
Jeder freut sich über ein Kompliment. Wenn derjenige nicht das gleiche Interesse zeigt, ist es Pech, aber nicht der Weltuntergang. Es gibt ja noch ein paar andere schöne Deckel und Töpfe auf dem Marktplatz der Singles. Vielleicht sollte nicht immer alles roh gegessen oder zu hektisch durchgebraten, sondern sachte aufgewärmt werden. Die neue Devise sei- einfach einmal ausprobieren, wenn sich alle wieder hübsch auf der Tanzfläche zum Mitternachtssnack treffen und sich gegenseitig mit Komplimenten abschmecken.
Verwendete Quellen:

Kommentare:

  1. Diese Analogie hast du gut zubereitet :)

    Manchmal sind es gerade die Schnellkochtöpfe, die am längsten halten. Und in einem Wok kann man so einige leckere Gerichte zubereiten! Also nicht verzagen - aber wenn ich so zwischen den Zeilen lese, scheint das bei dir gerade keine Gefahr darzustellen :)

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  2. Im Übrigen gewinnen deine Blogeinträge auch vom Schreiberischen her immer mehr an Qualität - Chapeau, Frau Feuilleton!

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  3. Vielen Dank fürs Kompliment. Aber zwischen den Zeilen sollte man eigentlich nichts lesen können. So war es jedenfalls meine Absicht, es so objektiv wie möglich zu halten :-D

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